Metall-Arbeitgeber fordern flexiblere Arbeitszeiten

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Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Derzeit pralle die betriebliche Realität der Digitalisierung auf ein Arbeitszeitregime, das aus dem vergangenen Jahrhundert stamme, bemängelte der Unternehmensverband Westfalen-Mitte am Montag (10.04.2017).

Deshalb möchten nach der Umfrage 60 Prozent der Betriebe die gesetzlich vorgeschriebene Beschränkung auf zehn Stunden Arbeit täglich aufheben und eine Wochenarbeitszeit einführen.

Arbeitszeiten für internationale Teams

„Es geht nicht darum, dass Mitarbeiter an der Werkbank 14, 15 Stunden arbeiten“, erklärt Volker Verch vom Unternehmensverband Westfalen-Mitte. „Wenn es eine Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern beispielsweise mit Übersee gibt, geht es darum, die Möglichkeit zu haben Projekte zu Ende zu bringen, damit nicht der eine sagt zulasten des anderen, ich muss jetzt aufhören wegen der Zehn-Stunden-Grenze“.

Wer an einem Tag länger arbeitet, soll dann an einem anderen Tag früher Feierabend machen dürfen, schlägt der Unternehmensverband vor.

Arbeitszeitkonten für längere Pausen

Außerdem erwarten die Metallarbeitgeber, dass immer mehr Beschäftigte längerfristig Pause machen wollen – etwa um sich um Kinder zu kümmern. Dafür könnten sie dann angesparte Arbeitszeit aus einem Arbeitskonto entnehmen.

Die Digitalisierung werde auch das mobile Arbeiten von zu Hause aus fördern, selbst in der Industrieproduktion, sagte Verch.

IG Metall: Freizeitausgleich klappt nicht

Die IG Metall hält von den Forderungen der Arbeitgeber gar nichts. Wolfgang Werth von der IG Metall in Arnsberg hält dagegen, dass viele Kollegen mehr arbeiten, als ihnen gut tue: „Die Arbeitnehmer sind jetzt schon am Limit. Arbeiten ohne Ende, abends um 20 Uhr nochmal eben ‘ne Powerpoint-Präsentation machen für den Geschäftsführer, die am nächsten Morgen benötig wird, all diese Dinge sind Praxis in den Betrieben“.

Arbeitszeitkonten liefen voll, und die Arbeitgeber sorgten nicht dafür, dass der Freizeitausgleich genommen werden könne, kritisiert Werth.

Die Gewerkschaft stützt sich bei ihrer Einschätzung auf eine Befragung, deren Ergebnisse Ende April veröffentlicht werden sollen.

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